Schnellbahn Wien

Schnellbahn

Im Jahre 1954 erkannte man im Verkehrsministerium die Notwendigkeit einer innerstädtischen Verkehrsachse auf Schnellbahn-Basis. Also erteilte der damalige Verkehrsminister Waldbrunner den Auftrag zum Projekt „Schnellbahn Wien“. Die ÖBB und die Stadt Wien legten am 1. Juli 1955 ein fertig ausgearbeitetes Projekt vor. Als in den Jahren 1955/56 der Südbahnhof neu gebaut wurde, wurde der Schnellbahntunnel in den Neubau miteinbezogen. 1959 entstand so die Station Südtiroler Platz, als die Stadt Wien eine Straßenunterführung baute und die Straßenbahntrasse in den Untergrund legte. Mitte der 50er Jahre begann man mit dem Abtragen des Nordbahnhofes und der Station Praterstern, um ab 1958 Platz für einen neuen Bahnhof in der Mitte des neu gestalteten Areals schaffen zu können, der beide Stationen ersetzen sollte. Zuerst „Bahnhof Praterstern“ genannt, wurde diese Station später in „Wien Nord“ umbenannt.

Man begann auch damit, die übrigen Streckenbereichen wieder instand zu setzen. Als größtes Objekt galt die durch den Krieg zerstörte Nordbahnbrücke über die Donau; sie wurde am 31. Mai 1959 dem Verkehr übergeben.

Bei dieser Gelegenheit wurden Nordwestbahnbrücke und Nordwestbahnhof außer Dienst gestellt. Die Nordwestbahnbrücke ist heute Teil einer Autobahn. 1960 gerieten die Arbeiten aufgrund einer finanziellen Krise ins Stocken. Unter Druck der Öffentlichkeit wurden 1960 und 1961 wieder Gelder zur Verfügung gestellt. Mit einem Jahr Verzögerung konnte dann am 18.Jänner 1962 die Eröffnung gefeiert werden. Die ÖBB wollten die Schnellbahn ursprünglich in den Morgenstunden der Öffentlichkeit übergeben, aber die Medien kündigten irrtümlicherweise die Eröffnung für Mitternacht an. Nach kurzer Umdisponierung seitens der ÖBB fuhr um Punkt 0:00 Uhr der erste Zug von Meidling ab Richtung Floridsdorf.

Impressum · TK Home
©2003-2008 Thomas Kohlwein